Kirchenmusik FriedrichshafenFreundeskreis für Kirchenmusik
Klangkörper/Orgeln der Schlosskirche
Klangkörper · Orgeln & Tasten

Orgeln der Schlosskirche

Von der Weigle-Orgel von 1970 bis zur fahrbaren Mühleisen-Truhenorgel — Instrumente mit über 300 Jahren Geschichte. Die Hauptorgel wurde 2022 nach grundlegender Renovierung neu eingeweiht.

Hauptorgel
Weigle 1970 · Gaida 2022
Truhenorgel
Mühleisen, Baujahr 2010
Organist
Manuel Mader-Nachtrodt

Die große Weigle-Orgel wurde grundlegend überarbeitet, den heutigen Standards angepasst und klanglich erweitert — 2022 wurde sie feierlich neu eingeweiht.

Den Auftrag für die Sanierung erhielt nach gründlichen Überlegungen die Werkstatt für Kirchenorgeln – Thomas Gaida (Wemmetsweiler). Die Orgel verbindet seither die historische Pfeifensubstanz von 1970 mit umfangreichen digitalen Zusatzregistern („Aux“) und ist auf allen Werken frei transponierbar.

Die heutige, dritte Weigle-Orgel entstand 1969/70 unter Übernahme des bestehenden Gehäuses, das S.K.H. Philipp Herzog von Württemberg nach dem Krieg gestiftet hatte — 1988 erfuhr sie durch die Orgelbaufirma Mühleisen (Leonberg) eine erste klangliche Erweiterung. Damit reicht die Orgelgeschichte der Schlosskirche bis ins Jahr 1701 zurück.

Über 300 Jahre Orgelgeschichte

Die Geschichte der Orgeln

Von Eberhard Sohn zusammengetragen — die wechselvolle Geschichte der Orgeln in der Schlosskirche von Friedrichshafen, vom Klosterbau bis zur Gegenwart.

1701& 1707

Die erste „große Orgel“

Beim Bau der früheren Klosterkirche in Hofen erhält diese 1701 eine „große Orgel“ mit 2 Manualen und Pedal, 1707 ergänzt um eine „kleine Chororgel“ — beide von Orgelmacher Christoph Leo aus Memmingen.
1812

Aus der Klosterkirche wird die Schlosskirche

Nach Säkularisation und der Gründung der Stadt Friedrichshafen ordnet König Friedrich 1812 an, die ehemalige Klosterkirche künftig als Schlosskirche der evangelischen Gemeinde zu nutzen.
1867

Die erste Weigle-Orgel

Nach mehreren Orgelwechseln erhält die Firma Friedrich Weigle den Auftrag für eine neue, größere Orgel mit 2 Manualen und Pedal — eingeweiht 1867.
1944

Zerstörung im Bombenangriff

Am 28. April 1944 zerstören Brandbomben Dach, Südturm und Teile der Einrichtung der Schlosskirche — auch die Weigle-Orgel fällt dem Angriff zum Opfer.
1951

Wiedereinweihung nach dem Krieg

Mit einem Festgottesdienst am 1. Juli 1951 wird die Schlosskirche mit einer neuen, dreimanualigen Weigle-Orgel auf Stützen wiedereingeweiht — darunter entsteht Raum für Chor und Orchester.
1969
–70

Die dritte Weigle-Orgel

Materialprobleme und Planungsfehler der Nachkriegsorgel führen 1969/70 zum Neubau im überlieferten, von S.K.H. Philipp Herzog von Württemberg gestifteten Gehäuse — die heutige Hauptorgel. 1988 erweitert die Orgelbaufirma Mühleisen sie klanglich.
2022

Grundsanierung und Neueinweihung

Die Werkstatt für Kirchenorgeln – Thomas Gaida (Wemmetsweiler) saniert die Orgel grundlegend und erweitert sie um umfangreiche digitale Zusatzregister. Im Dezember 2022 wird die erneuerte Orgel feierlich eingeweiht.
Stand Dezember 2022 · 7 Werke

Disposition der Hauptorgel

Nach der Sanierung durch die Werkstatt für Kirchenorgeln – Thomas Gaida: vier Werke auf der Westempore (Hauptwerk, Pedal, Schwellwerk, Kronwerk) sowie drei „Werke im Osten“ im Chorraum. Mit „Aux“ gekennzeichnete Register sind digitale Zusatzregister, alle Register sind frei in beliebige Lagen transponierbar.

Hauptorgel Westempore

Hauptwerk C–c₃

  • Principal Major 16′ Aux
  • Subbass 16′–8′ Aux
  • Lieblich Gedackt 16′
  • Prinzipal Magnus 8′ Aux
  • Prinzipal Cantans 8′
  • Koppelflöte 8′
  • Gemshorn 8′
  • Oktave 4′
  • Spitzgambe 4′
  • Flauto Dolce 4′
  • Quinte 2 2/3′
  • Superoktave 2′
  • Cornettino 3fach 4′
  • Rauschpfeife 2fach 2 2/3′
  • Mixtur 4fach 1 1/3′
  • Tuba 16′–8′–4′ Aux
  • Trompeta 8′
  • Clarino 4′
  • Tremulant

Pedal C–g′

  • Bassus Profundus 32′ Aux
  • Principal Maximus 32′ Aux
  • Subbass 32′ Aux
  • Gemshornbass 16′
  • Oktavbass 8′
  • Principal minor 4′ Aux
  • Subbass 4′ Aux
  • Principal minimus 2′ Aux
  • Subbass 2′ Aux
  • Quintlein 2/3′ Aux
  • Terzlein 4/5′ Aux

Schwellwerk C–c₃

  • Holzflöte 8′
  • Salicional 8′
  • Schwebung 8′
  • Prinzipal 4′
  • Fugara 4′
  • Rohrtravers 4′
  • Oktavflöte 2′
  • Harmonia aetherea 3–4fach 2′
  • Fagott 16′
  • Oboe 8′

Kronwerk

  • Flauto mirabilis 8′–4′–2′–1′ Aux
  • Quintbass 10 2/3′ Aux
  • Quinte 5 1/3′–2 2/3′–1 1/3′ Aux
  • Großterz 6 2/5′ Aux
  • Terz 3 1/5′ Aux
  • Kleinterz 1 3/5′ Aux
  • Bassseptime 4 4/7′ Aux
  • Septime 2 2/7′–1 1/7′ Aux

Werke im Osten (Chorraum)

Positiv – Chor Nord C–c³

  • Schöngedeckt 8′
  • Rohrflöte 4′
  • Nasard 2 2/3′
  • Ital. Prinzipal 2′
  • Terz 1 3/5′
  • None 8/9′
  • Zimbel 3fach 1′
  • Musette 8′

Anglikanisches Schwellwerk – Chor Nord C–c₃

  • Stopped Diapason 32′–16′–8′ Aux
  • Vox Mystica 8′–4′ Aux
  • Tromba 16′–8′–4′ Aux

Schwellwerk – Chor Süd C–c₃

  • Geigenprinzipal 8′
  • Flute triangulaire 8′
  • Flötenschwebung 8′ Aux
  • Viola 8′
  • Nachthorn 4′
  • Flötenschwebung 4′ Aux
  • Hohlflöte 2′
  • Mixtur 4fach 2′
  • Schalmey 8′
  • Tremulant

Spielhilfen

  • Generaltranspositionen — gesamte Orgel, einzelne Werke oder einzelne Register
  • Sostenuto, Pizzicato, Melodie, Tacet, Pedaldivide
  • Diverse Koppeln & Schwellerkoppeln
  • Sequenzer (vor/zurück, separat je Registrant) mit Inversschalter
  • Diverse Setzeroptionen
  • Crescendo 1 & 2 (auch SW HO, Angl. SW, SW Süd separat ankoppelbar)

Die Mühleisen-Truhenorgel ergänzt die Hauptorgel als bewegliches, kleines Instrument für Gottesdienste und Konzerte.

Anfang der 1980er-Jahre kam der Wunsch nach einer kleinen, beweglichen Truhenorgel auf. Mit Spenden und freiwilligen Beiträgen gelang es 1987, eine fahrbare Truhenorgel der Orgelbaufirma Mühleisen (Leonberg) zu beschaffen. 2008 nahm die Firma das Instrument zurück und baute eine klanglich erweiterte, tragfähigere Truhenorgel.

Seit 2010 steht die neue Mühleisen-Truhenorgel, wesentlich mitfinanziert vom Freundeskreis für Kirchenmusik e. V., für gottesdienstliche und konzertante Einsätze zur Verfügung.

Mühleisen-Truhenorgel der Schlosskirche Friedrichshafen
Ausbildung

Orgelunterricht

Wer die Orgel als Instrument erlernen möchte, kann sich bei Kantor Manuel Mader-Nachtrodt für Orgelunterricht und Ausbildung melden — von ersten Schritten bis zur kirchenmusikalischen C-Ausbildung im Kirchenbezirk Ravensburg.

Kontakt aufnehmen

Organist & Kontakt

Organist
Manuel Mader-Nachtrodt
Studium
Kirchenmusik, HfM Freiburg
Ort
Schlosskirche Friedrichshafen
E-Mail
manuel.mader-nachtrodt@elkw.de